Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Alkohol bleibt das größte Problem

Drogenberatungsstellen in Sachsen-Anhalt betreuten 2013 rund 10 000 suchtkranke Menschen

  • Von Daniel Möglich, Magdeburg
  • Lesedauer: 2 Min.
Alkohol, Kokain, Crystal Meth - viele Menschen greifen zu Drogen und kommen ohne fremde Hilfe nicht mehr davon los. Die 70 Mitarbeiter in den Beratungsstellen im Land arbeiten am Limit.

Magdeburg. Die Drogenberatungsstellen in Sachsen-Anhalt haben im Jahr 2013 rund 10 000 Suchtkranke betreut. »Das größte Problem sind ganz klar legale Drogen wie Alkohol«, sagte Helga Meeßen-Hühne von der Landesstelle für Suchtfragen in Magdeburg. Mit Sorge registrierten die Hilfsstellen aber auch den steigenden Konsum der gefährlichen Partydroge Crystal Meth.

»Crystal hat in manchen Landesteilen Heroin abgelöst«, erklärte Meeßen-Hühne. Die Droge wird meistens »gesnieft« - also mit kleinen Plastikröhrchen durch die Nase geschnupft. Die Konsumenten seien dann unheimlich euphorisch und eine Zeit lang voller Eifer und Tatendrang. »Die Betreuung von Crystal-Abhängigen erfordert viel Zeit und gut geschultes Personal, weil die Gesundheitsschäden oft verheerend sind«, sagte die Fachfrau.

Die Zahl der Hilfesuchenden ist laut Meeßen-Hühne seit fünf Jahren relativ konstant. »Im Jahr 2012 waren es 10 602, im Jahr davor 10 531«, berichtete sie.

Den typischen Suchtkranken gibt es nicht, weder im Hinblick auf Alter noch auf Geschlecht oder Herkunft. Die Gründe, weshalb Menschen zu Drogen greifen, sind vielfältig. »Und da spielt es letztendlich keine Rolle, ob wir von Alkohol, Kokain, Crystal oder anderen Substanzen reden«, betonte Meeßen-Hühne.

Viele suchten mit Hilfe der Droge Entspannung, Glück, mehr Energie im Job oder ganz einfach nur Spaß. »Und das Fatale ist: Am Anfang klappt das auch. Aber eben nur am Anfang.« Dann folge allerdings oft der tiefe Fall und bittere Verzweiflung. Wer bei den Suchtstellen anklopft, wünscht sich dann meist nur noch eins: einen Weg zurück ins ganz normale Leben.

In den 32 Beratungsstellen im Land kämpfen rund 70 Mitarbeiter gegen die Folgen der Sucht. Dabei steht ihnen jährlich ein Budget von etwa drei Millionen Euro zur Verfügung. »Im Grunde bräuchten wir aber mehr Geld. Denn viele Hilfsstellen sind nur sehr sparsam eingerichtet«, sagte Meeßen-Hühne. In anderen Bundesländern sei die Ausstattung bedeutend besser. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln