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33 Anläufe zum Traumberuf

Doch der war für die englische Rechtsanwältin bei der einjährigen Suche nicht dabei

Aus der Suche nach dem Traumberuf wurde für Gail Nash in Australien die Suche nach dem Sinn von Leben und Arbeit. Sie probierte 33 Tätigkeiten in einem Jahr.

Mit 33 hatte Gail Nash die Nase voll von ihrem Job als Rechtsanwältin im Bereich Umweltrecht. Deswegen beschloss die junge Frau, 33 unterschiedliche Jobs in nur einem Jahr zu testen. Aus der Jobsuche wurde schließlich eine Sinnsuche.

Gail Nash hatte eigentlich alles: einen gut bezahlten Job, nette Arbeitskollegen, interessante Projekte und eine tolle Chefin. »Es ist schwer den Finger darauf zu zeigen, was mich störte, aber ich liebte meinen Job einfach nicht, irgendetwas fehlte.« Erst las sie Bücher und grübelte, doch irgendwann stand für sie fest, dass sie den Job finden musste, der ihr »Herz zum Singen brachte«. Auslöser war dabei sogar ihre frühere Chefin gewesen, die immer gesagt hatte: »Wenn du liebst, was du tust, dann arbeitest du keinen weiteren Tag mehr.«

Schließlich nahm die Engländerin, die seit zehn Jahren in Sydney lebt, ihr Alter als Motto und beschloss 33 Jobs in zwölf Monaten zu testen. In jedem Job blieb sie wenige Tage oder Wochen, Geld nahm sie keines, sondern lebte von Ersparnissen aus ihrem früheren Job, in dem sie insgesamt vier Jahre tätig gewesen war. In ihrem »Testjahr«, das jetzt zu Ende ging, arbeitete Nash u. a. als Taucher, Lehrer, Reiseführer, Tierpfleger, Koch, Handwerker, Förster im Nationalpark, Sprachtherapeut, Hundesitter und Verkäufer. Die Jobs zu finden, sei leichter gewesen als gedacht. »Viele Leute waren bereit zu zeigen, was sie tun und viele sagten, sie hätten den besten Job überhaupt.« Vor allem die Begeisterung der Menschen habe das Jahr zu einem »unglaublichen« Erlebnis für Gail Nash gemacht, sagt sie.

Das beste sei ein Kampagnenjob für Greenpeace gewesen, die Arbeit als Hundesitter habe am meisten Spaß gemacht und das Eventmanagement für eine »Wohlfühl«-Wanderung sei besonders abwechslungsreich gewesen. Schnell war ihr jedoch auch bewusst, was gar nicht funktionierte. »Ich versagte als Handwerker – da konnte ich nicht mal die Werkzeugtasche tragen.« Der Traumjob kristallisierte sich jedoch nicht sofort heraus. »Nach etwa zwei Drittel der Zeit saß ich mit meiner damaligen Arbeitgeberin zusammen und sagte: ›Was wenn ich meinen Traumjob nicht finde, dann habe ich ein Jahr vertan und meine Ersparnisse aufgebracht.‹« Diese habe gekontert: »Du wirst ihn auch nicht finden. Solche Sachen führen aber immer zu etwas anderem.«

Die australische Chefin sollte Recht behalten: Nashs Traumjob war bei den 33 Jobs nicht dabei. Doch der gesamte Prozess erlaubte ihr, die Themen herauszufiltern, die sie interessierten: Umwelt- und Tierschutz, mit Menschen zu arbeiten und gesundheitsbewusstes Leben. »Ich habe besser verstanden, was ich eigentlich will und was meine Werte sind.« Damit kristallisierte sich heraus, dass sie am liebsten ihr Wissen weitergeben und mit ihren Erfahrungen in die Personalberatung einsteigen wollte. »Wenn das, was ich getan habe, anderen Menschen helfen kann, das wäre eine wunderbare Sache«, sagt Gail Nash.

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