Sparkasse kündigt Sparern

Finanzinstitute wollen Kunden mit gut verzinsten langfristigen Anlageverträgen loswerden - einige wehren sich nun vor Gericht

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Darf ein Kreditinstitut Anlageverträge kündigen, weil es früher zu hohe Zinsen versprochen hat? Darüber entscheidet jetzt das Landgericht Ulm - das Urteil wird bundesweit mit Spannung erwartet.

Seit Monaten tobt in und um Ulm ein erbitterter Streit zwischen Kleinanlegern und der örtlichen Sparkasse. Die Parteien zanken sich um Bonuszinsen bei »Scala«-Verträgen. Was nach großer Oper klingt, hat einen ganz profanen Kern: Es geht um Ratensparverträge mit anfänglich niedriger Grundverzinsung und hohen Zinszuschlägen, die mit der Zeit steigen. Die Verträge wurden zwar schon zwischen 1995 und 2005 abgeschlossen, aber ihre Laufzeit reicht noch bis weit in die Zukunft, teilweise bis ins Jahr 2030 - für Sparer angesichts der allgemein niedrigen Zinssätze infolge der Finanzkrise ein Segen.

Im Prinzip handelte es sich seinerzeit um eine Wette zwischen dem Kreditinstitut und den Anlegern auf die künftige Zinsentwicklung. Die Sparkasse hat die Wette verloren, doch die hohen Boni der Altverträge versalzen ihr die Suppe, sprich das Betriebsergebnis. Seit Herbst versucht das Unternehmen, die Verträge mit allen Mitteln loszuwerden. D...

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