Werbung

In Libanon wird es für Flüchtlinge eng

Bereits mehr als eine Million syrische Migranten / Täglich überschreiten 2500 Neuankömmlinge die Grenze

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Während in Europa über die Aufnahme syrischer Flüchtlinge debattiert wird, nehmen die Nachbarstaaten Syriens Hunderttausende auf. In Libanon ist bereits jeder fünfte Einwohner aus Syrien.

Beirut. Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in Libanon hat die Millionengrenze überschritten. Das entspricht rund einem Viertel der nominellen Bevölkerung des Landes, in dem bereits mehr als eine halbe Million palästinensische Flüchtlinge leben. Jeden Tag würden etwa 2500 Neuankömmlinge aus Syrien registriert, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Donnerstag in Beirut mit. Libanon könne den Ansturm kaum noch bewältigen. Kein anderes Land habe einen höheren Anteil von Flüchtlingen zu verkraften.

In den vergangenen Tagen haben mehrere spektakuläre Selbstmorde von Flüchtlingen aus Syrien die libanesische Öffentlichkeit aufgerüttelt. Vor dem UNHCR-Gebäude in der Stadt Tripoli hatte sich nach Medienberichten eine Mutter von vier Kindern mit Benzin übergossen und angezündet, nachdem die Familie von der Liste der Hilfsempfänger gestrichen worden war. In Beirut stürzte sich am Mittwoch ein Syrer vom Dach eines fünfstöckigen Hauses, nachdem er seine Arbeit verloren hatte. In der Stadt Sidon starb eine Palästinenserin, die aus Damaskus nach Libanon geflüchtet war. Sie sprang aus der dritten Etage eines Wohnhauses in den Tod.

Die meisten Syrer leben in Libanon in bitterer Armut. Nur wenige Flüchtlingskinder besuchen eine Schule. Der Bürgerkrieg in Syrien hat die Libanesen auch politisch tief gespalten. Die schiitische Hisbollah-Miliz kämpft an der Seite der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Viele libanesische Sunniten sympathisieren mit den Rebellen. Die oppositionelle Nationale Syrische Allianz erklärte in Istanbul, die Regierung in Beirut müsse entschiedener als bisher gegen den »Rassismus« vorgehen, dem die Flüchtlinge an einigen Orten Libanons ausgesetzt seien.

Insgesamt sind laut UN mehr als 2,6 Millionen Syrer auf der Flucht. Neben Libanon fanden die meisten Zuflucht in der Türkei, in Jordanien und Irak. Weitere 9,3 Millionen Menschen sind in Syrien auf Hilfen angewiesen. Da die Chancen für eine politische Lösung des seit mehr als drei Jahren andauernden Konfliktes momentan schlecht stehen, ist mittelfristig nicht mit einem Rückgang der Flüchtlingszahlen zu rechnen. Im syrischen Bürgerkrieg wurden seit Frühjahr 2011 Schätzungen zufolge bislang mehr als 140 000 Menschen getötet.

Islamistische Rebellen und Anhänger der syrischen Regierung lieferten sich an der Grenze zur Türkei am Donnerstag heftige Kämpfe. Gegner von Präsident Assad berichteten von Luftangriffen auf einen strategisch wichtigen Beobachtungsposten der Armee in dem Ort Kasab. Nach Informationen aus Oppositionskreisen kämpfen in dem Grenzort auf beiden Seiten Ausländer an vorderster Front.

In Kasab war wenige Stunden zuvor ein Video aufgenommen worden, in dem ein militanter Islamist aus Saudi-Arabien die syrische Opposition beschimpft. Scheich Abdullah al-Mohaisni behauptet, die Nationale Syrische Allianz habe Geld veruntreut und die Bevölkerung »im Stich gelassen«. Er sagt, in Syrien kämpften auch »Bosnier, Libyer, Algerier und Marokkaner« für die Verbreitung der Scharia, des islamischen Rechts. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen