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»Kunststoff Syrien« nähert sich dem Krieg

Veranstaltungsreihe reflektiert den blutigen Konflikt

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Seit vier Jahren tobt in Syrien ein furchtbarer Bürgerkrieg mit bislang 115 000 Toten. In den hiesigen Medien spielt der Konflikt an der Levante keine große Rolle mehr. Umso wichtiger ist eine Veranstaltungsreihe wie »Kunststoff Syrien«, die sich derzeit in Ausstellungen und Veranstaltungen dem Thema nähert. Herzstück der Reihe ist die Präsentation zeitgenössischer syrischer Kunst in der »Forum Factory« Kreuzberg. Auf unterschiedlichen Wegen setzen sich hier junge syrische Künstler mit ihrem Land, das viele bereits verlassen mussten, auseinander. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist die Rebellion gegen Assad und ihr blutiges Scheitern.

Eindringlich zeigt Ziad HomsiNiemand die Tragödie einer Revolution, die sich in einem irren Schlachten verlor. Der Fotograf präsentierte im Jahre 2012 auf einer ersten Ausstellung in Berlin noch Bilder tanzender Menschen auf Demonstrationen. Er dokumentierte das Lebensgefühl jener Zeit, als man glaubte, die Revolution gegen das sei bereits geglückt. Die düsteren Schwarz-Weiß-Fotografien, die Homsi nun mitbrachte, müssen in einem Album versteckt werden. Seine Aufnahmen aus einer Leichenwäscherei sind drastisch: Zerfetzte Brustkörbe, notdürftig zugenähte Wunden, verzerrte Gesichter von Toten, in denen die Agonie konserviert scheint. Selbst nach dem gewaltsamen Tod scheint sich ihr Leiden fortzusetzen.

Einen völlig anderen Ansatz wählt Akram Al Halabi. Der mittlerweile in Wien lebende Künstler hat die Bilder von Massakern und Bombenanschlägen codiert. Was die Bilder eigentlich zeigen, hat er in Zeichen und Worte übersetzt. Finger, Blut, Augen, Gedärme - der Horror des Krieges entsteht im Kopf des Betrachters.

Beeindruckend auch das Triptychon der einzigen weiblichen Künstlerin. Iman Hasbani wählte als Vorlage für ihre Arbeit die berühmte japanische Allegorie mit den drei Affen, die »nichts sehen, nichts hören, nichts sagen«. Ihre Fotomontagen zeigen eine Frau, die sichtbar gezeichnet ist von den Schrecken des Krieges und eben nichts mehr sehen, hören und sagen will.

»Unser Ziel ist es, die kontroversen Meinungen in dem Land abzubilden. Deshalb haben wir Künstler eingeladen, die das Land bereits verlassen mussten, aber auch welche, die noch im Syrien Assads leben«, erklärt Sabe Wunsch von der »kulturvertretung«, die die Veranstaltungsreihe in ehrenamtlicher Arbeit organisiert.

Bis 8.4., 10-20 Uhr, »Forum Factory«, Besselstraße 13/14, Kreuzberg

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