»Viele Menschen sind lebensbedrohlich unterversorgt«

Das Medibüro überreicht heute dem Bundesgesundheitsministerium einen Aufruf zur regulären Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen

Elène Misbach ist ehrenamtlich im Büro für medizinische Flüchtlingshilfe in Berlin aktiv. Die Psychologin arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Mit Johanna Treblin sprach sie über einen Aufruf für reguläre Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Aufenthaltsstatus.

Elène Misbach

nd: Angenommen, ich fliehe aus meinem Land, lande in Deutschland, stürze mit dem Fahrrad und breche mir einen Arm. Was mache ich dann?
Misbach: Normalerweise gehen Sie sofort in die Rettungsstelle eines Krankenhauses. Das können Sie auch, wenn Sie keine Papiere und keine Krankenversicherung haben, weil die Krankenhäuser im Notfall medizinisch versorgen müssen. Es gibt aber auch Fälle, in denen einzelne Häuser dies verweigern und aus Kostengründen Patienten und Patientinnen per Krankenwagen ins europäische Herkunftsland zur Behandlung überführen. Und es gibt weitere Hürden: Menschen ohne Papiere haben einen Rechtsanspruch auf medizinische Versorgung nach Asylbewerberleistungsgesetz. Das Sozialamt als Kostenträger ist jedoch verpflichtet, der Ausländerbehörde einen illegalen Aufenthalt zu melden. Deswegen gehen viele nicht regulär zum Arzt oder ins Krankenhaus. Sie haben Angst vor einer Abschiebung.

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