Ulrike Gramann 16.04.2014 / Bewegung

Die Geschichte eines gewissenhaften Mannes

Ludwig Baumann floh aus der Wehrmacht und kämpft bis heute für die Anerkennung der Deserteure

Der Lebensbericht des letzten lebenden Wehrmachtsdeserteurs Ludwig Baumann ist ein Appell an das Gewissen.

Bis heute sucht der Traum ihn heim: »Ich liege in meiner Todeszelle, mit schweren Eisenfesseln an Händen und Füßen. Ich kann nicht schlafen, nicht weglaufen, mich nicht wehren - ich kann nur warten. Ohnmächtig und ausgeliefert. Dann werde ich begnadigt. Und dann reißen sie die Zellentür auf und zerren mich hinaus, zum Erschießen.« Fast alles das geschah: Zehn Monate verbrachte Ludwig Baumann in der Todeszelle, jeden Tag die Hinrichtung erwartend, nicht ahnend, dass sein Vater die Begnadigung erwirkt hatte.

Anfang April erschien im Freiburger Verlag Herder unter dem Titel »Niemals gegen das Gewissen« der Lebensbericht Ludwig Baumanns, des wohl letzten überlebenden Deserteurs der Wehrmacht. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt in zahllosen Medienberichten unweigerlich auf seinen Namen. Baumann, der 1942 desertierte, der Todestrakt, Wehrmachtsgefängnis Torgau und Strafbataillon überlebte, hat gegen große Widerstände Entschei...

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