Die innere Luftgitarre

Jan Delay wegen »Rock«-Album unter Beschuss

  • Von Tobias Riegel
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Gäbe es ein nationales Institut für deutschen Rockismus - es wäre nicht amüsiert und würde wahrscheinlich längst Abmahnungen verschicken. Doch auch ohne bürokratischen Unterbau erhebt ein Rudel deutscher Rockspezialisten momentan meckernd das langhaarige Haupt über den speckigen Stammtisch und fragt sich öffentlich, was das ist: Rock. Und: Darf der das? Er - das ist Jan Delay, ein gewitzter, hochbegabter Produzent, Sänger und Texter aus Hamburg. Der treibt seine Gegner nicht nur mit weißem Anzug und Spiegelbrille auf die Palme. Er weidet auch auf jedem Album ein neues Genre aus. Das mag ein billiges Prinzip sein, förderte bislang aber zuverlässig groovige und auch geschmackvolle Ergebnisse zutage. Jan Delay fing an mit Deutschrap, nahm dann die einzige hörbare Reggae-Platte mit deutschen Texten überhaupt auf, fledderte anschließend Disco, Funk und Soul.

Und nun also Rock. »Hammer und Michel« heißt die Platte, und es wurde scho...


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