Tobias Riegel 24.04.2014 / Kino und Film

Die Chamäleons

Im Kino: »20 Feet from Stardom« von Morgan Neville dokumentiert das Dasein von Hintergrundsängerinnen

Lou Reed hat die Rockmusik um die Großstadtromantik, den Heroin-Hype und die atonale Schrammelei ergänzt - doch Soul hatte seine Musik nicht. Der eine Song, der wenigstens entfernt den Herzschlag eines schwarzen, exzessiven Grooves spüren lässt, musste dieses Element importieren: Was wäre »Walk on the Wild Side« ohne das legendäre »do do do doo« der von Lou Reed auch noch gönnerhaft »colored Girls« genannten Background-Sängerinnen? Es ist also stimmig, dass Morgan Nevilles Dokumentation »20 Feet from Stardom« mit diesem Song-Hybriden eröffnet, der seine weiße Steifheit geschickt mit der Coolness eines schwarzen Chores auszugleichen wusste: Würdigt der Film doch endlich die Schicksale jener im Verborgenen singenden Afroamerikanerinnen, auf deren Timbres ein Gutteil aller Popmusik beruht - ohne dass sie dafür je angemessen wertgeschätzt worden wären. Denn ihr Platz war im Schatten, hinter dem (meist weißen) Superstar - eben jene »zehn Meter vom Ruhm« entfernt.

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