Statt Polemik lieber Polyphonie

Eine Selbsthilfegruppe begab sich auf die Suche nach dem Ei des Kommunismus und riskierte, Rühreier zu bekommen

  • Von Stefan Bollinger
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Niederlage vor 25 Jahren hat die Linke hart getroffen. Sie scheint zerstrittener denn je, hat aber glücklicherweise kaum noch Repressionsmittel in der Hand, die Vorherrschaft einer allein gültigen Meinung über das Gewesene, das Ziel und den Weg zu einer besseren Gesellschaft zu diktieren. Der einzige Glücksfall in der Niederlage. Denn gewiss ist, dass die drei genannten Themen Konfliktstoff zuhauf bergen. Jörn Schütrumpf fordert im hier anzuzeigenden Band konstruktives Denken: »Das Mindeste, was die Linke, soll sie je wieder einmal mehr sein als eine Selbstbemitleidungsveranstaltung, zu leisten hätte, wäre in ihrer Praxis jenes Niveau zu erreichen, das ihre bürgerlichen Gegenspieler seit 1871 so meisterhaft pflegen: anstelle der Kakophonie der fortgesetzten Selbstzerlegung im Gegeneinander eine Polyphonie (nicht Harmonie) im politischen Handeln - und zwar nicht im Gegeneinander; mehr tun die Bürgerlichen auch nicht. Diese Wendun...


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