»Ich bin Bürger der DDR. Respektieren Sie das!«

Warum sich HVA-Spion Günter Guillaume vor 40 Jahren selbst enttarnte

  • Von Helmut Müller-Enbergs
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bonn, 24. April 1974, um 6 Uhr morgens. Es klingelt bei der Familie Guillaume. Der Summer lässt die Haustür aufspringen. Wenige Minuten später fällt ein Satz, der nicht nur die rheinische Provinzstadt aufschreckt: »Ich bitte Sie! Ich bin Bürger der DDR und ihr Offizier - respektieren Sie das!« Bewaffnet mit Puschen und Morgenmantel schleudert Günter Guillaume diese Worte den Männern entgegen, die gekommen sind, um ihn zu verhaften. Das klingt wie einstudiert, vorbereitet für den Augenblick, den er wohl schon erahnt hat - nach den Observationen der letzten Wochen und einer albernen Verfolgungsjagd in Frankreich. Die Spitzenquelle »Hansen«, wie er bei der Hauptverwaltung Aufklärung des Markus Wolf hieß, scheint erleichtert, befreit. Er hat sich entschieden. In dürftiger Garderobe beraubte er das Bundeskriminalamt des Risikos, sich zu blamieren. Denn das BKA hatte außer Funksprüchen von der Zentrale in Berlin nichts wirklich gegen ihn ...


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