Falltüren ins Weltall der Ängste

William Shakespeare: 450 Jahre alt, aber wohl ewig ein Mann der Zukunft

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Wir sind Rasende. Voran, voran. Weiter, weiter. Fortwährend verlieren wir irgend eine Unschuld und nennen das: Entwicklung. Die größte Kraft, etwa der politischen Gesinnungen, ist deren Verlautbarungskraft. Als sei das Ausrufezeichen hinter der Phrase bereits die Tat. Und immer stehen alle propagierten Zeichen auf dringlicher Veränderung. Der Verhältnisse. Des Menschen. Der Welt. Schönster Brecht: »Aus niemals wird heute noch!« Ach, die unsterbliche Lüge der Kunst. Veränderung?! Das, was in uns ist, wird noch lange bleiben, was es war. Im Positiven wie im Negativen; Nachrichten vom wahren Tempo der Zeit schreibt die Schnecke mit ihrer Kriechspur. Und der größte Dramatiker dieses Planeten, so Heiner Müller, schreibe nach wie vor unsere Stücke. »Ein Hölderlinfragment beschreibt ihn, den unerlösten Shakespeare: ›Wildharrend/ In der furchtbaren Rüstung/ Jahrtausende.‹ Shakespeares Wildnis. Worauf wartet er, warum in Rüstung, und wie lan...


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