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Der Pokalsieg wird zur Pflicht

Die Handballerinnen des HC Leipzig sind im Final Four in eigener Halle die klaren Favoriten - der letzte Titel liegt lang zurück

Das Traumfinale scheint längst festzustehen: Doch auf die beiden Rekordsieger Leipzig und Leverkusen warten beim Final Four um den DHB-Pokal der Handballerinnen zuvor gefährliche Gegner.

Am HC Leipzig führt kein Weg vorbei, da sind sich die Experten allesamt einig. »Wir haben den Heimvorteil, aber auch den Erwartungsdruck. Die Favoritenrolle müssen wir annehmen«, sagt Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner vor dem Final Four um den DHB-Pokal der Handballerinnen am Samstag und Sonntag in der Arena Leipzig. Für den HCL, der seit der letzten deutschen Meisterschaft 2010 sehnsüchtig auf einen Titel wartet, ist der Pokalsieg fast schon ein Muss, zumal der ärgste Konkurrent nicht dabei ist: Titelverteidiger Thüringer HC scheiterte im Viertelfinale in eigener Halle überraschend an Bayer Leverkusen.

Nicht nur aus diesem Grund scheint Leverkusen der einzig logische Gegner der Leipzigerinnen im Finale am Sonntag zu sein. Das hört Trainerin Heike Ahlgrimm allerdings gar nicht gern. »Es spielt längst keine Rolle mehr, dass wir den THC aus dem Wettbewerb geworfen haben«, sagt die 38-Jährige, die beim bis dato letzten von insgesamt neun Leverkusener Pokalsiegen 2010 noch als Spielmacherin auf der Platte gestanden hatte: »Wir haben am Samstag ein schweres Halbfinale vor uns, in dem wir 60 Minuten Vollgas geben müssen. Ans Finale denkt bei uns noch niemand.«

In der Tat könnten zwei chancenreiche Außenseiter den beiden vermeintlichen Favoriten den Weg ins Finale verstellen. Leipzig trifft am Samstag zunächst auf den Buxtehuder SV, Leverkusen muss sich mit der HSG Blomberg-Lippe auseinandersetzen. Zumindest auf dem Papier scheint alles klar: Leipzig gewann im bisherigen Ligaverlauf alle drei Spiele gegen Buxtehude, zuletzt in der Meisterrunde deutlich mit 35:24. Vermutungen, sein Team habe mit angezogener Handbremse gespielt, um nicht alle Karten auf den Tisch zu legen, weist Buxtehudes Trainer Dirk Leun weit von sich: »Wir sind Sportler, wir wollen jedes Spiel gewinnen.«

Bei der HSG Blomberg-Lippe, die im Saisonverlauf ebenfalls alle Spiele gegen Leverkusen verlor, dreht sich alles um die Frage, ob Nationalspielerin Xenia Smits rechtzeitig bis zum Final Four wieder fit wird. Die 20-jährige Hauptangreiferin der HSG erlitt im letzten Ligaspiel gegen Bietigheim einen Haarriss in der Speiche des linken Unterarms, ihr Einsatz in Leipzig ist laut Trainer Andre Fuhr »höchst unwahrscheinlich«. Ohne sie dürfte es für Blomberg schwer werden, gegen Leverkusen zu bestehen, doch Fuhr bleibt entspannt: »Wir fühlen uns in der Rolle des Außenseiters ausgesprochen wohl.«

Für den HC Leipzig geht es im Final Four um weitaus mehr als nur einen weiteren Pokal für den Trophäenschrank. Seit der HCL im Sommer 2010, damals noch mit dem heutigen Bundestrainer Heine Jensen auf der Bank, letztmals Meister war, ist kein weiterer Titel hinzugekommen. Trainer kamen und gingen, seit der Entlassung von Thomas Örneborg im Februar tragen der frühere Weltklassetorhüter Wieland Schmidt und Nachwuchstrainer Max Berthold die sportliche Verantwortung in Leipzig bis zum Saisonende.

Zudem halten sich hartnäckig Gerüchte über wirtschaftliche Probleme des HCL, die Manager Hähner jedoch bestreitet. Immerhin spült der Verkauf von Nationalspielerin Susann Müller etwas Geld in die Klubkasse. Die Linkshänderin wechselt nach der Saison für 150 000 Euro zum ungarischen Spitzenklub Györi Eto. SID

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