Werbung

Geldrangliste statt Weltrangliste

Wolfgang Hübner über den Kommerz im Snooker-Sport

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Snooker ist eine faszinierende Disziplin. Die hoch komplexe, gleichzeitig spannende Variante des Billards wurde im 19. Jahrhundert von gelangweilten britischen Kolonialoffizieren in Indien erfunden und entwickelte sich seitdem zum Volkssport auf den britischen Inseln. Außerhalb des Königreichs wurde Snooker in den vergangenen Jahren vor allem durch die TV-Übertragungen auf Eurosport populär.

Wer das einmal gesehen hat, weiß auch: Es ist - zumindest im Spitzenbereich - eine komplett durchkommerzialisierte Angelegenheit, bei der nicht nur die Spieler, sondern sogar die Schiedsrichter Werbeaufnäher durch die Gegend tragen. Damit das Geld noch üppiger sprudelt, hat der Geschäftsmann Barry Hearn, Chef des Welt-Snooker-Verbands, nun durchgesetzt, dass nach der gerade ablaufenden Weltmeisterschaft die Rangliste der Besten nicht mehr anhand der bei Turnieren erkämpften Punkte, sondern nach dem eingeheimsten Preisgeld sortiert wird. Das läuft in der Konsequenz auf eine Bevorzugung der gut verdienenden Elite hinaus - aber egal, Hauptsache, das Geschäft brummt. Und davon versteht Hearn etwas, denn er vermarktet neben Snooker auch die in Britannien beliebten und lukrativen Unterhaltungssparten Boxen, Bowling, Golf, Angeln, Darts, Bowls und Poker.

Aus der Weltrangliste wird im Snooker nun eine Geldrangliste ohne jede Verwässerung. Letztlich ist das im Kapitalismus nur konsequent - die Frage, wer der Beste ist, wird ersetzt durch die Frage, wer am meisten verdient. Der ganze Sportklimbim wird nach und nach Staffage, das Geld ist das Maß der Dinge, und das Ganze ließe sich nur dadurch steigern, dass neben den Turnier-Preisgeldern auch noch die Werbeeinnahmen der Spieler eingerechnet werden. Denn Vermarktung ist schließlich alles.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!