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Pädagoge besaß Kinderpornos

Odenwaldschule zu Krisengespräch vorgeladen

Heppenheim. Im südhessischen Heppenheim musste die Leitung der Odenwaldschule den Aufsichtsbehörden am Dienstag Rede und Antwort stehen. Der Kreis Bergstraße hat die Schulleitung zu einem Krisengespräch einbestellt. Die Behörde wirft der Schule vor, sie nicht rechtzeitig informiert zu haben, dass ein Lehrer im Verdacht stand, pädophile Neigungen zu haben. An dem Gespräch nahmen auch Vertreter von Jugendamt, Schulamt und Sozialministerium teil.

Schon 2013 stand der Pädagoge unter Beobachtung, weil Schüler sein Verhalten »merkwürdig« fanden; Anfang April 2014 durchsuchte die Polizei seine Wohnung nach Kinderpornos. Erst zehn Tage später informierte die Schule die Behörden. Die Aufsichtsbehörden werfen der Odenwaldschule vor, zu spät und nur »scheibchenweise« reagiert zu haben. Erst am Montag wehrte sich die Schule schriftlich gegen den Vorwurf der Vertuschung. Am Dienstag informierte die Einrichtung von einem neuerlichen nicht weiter bezeichneten Vorfall. In dem Gespräch sollte der neuerliche Vorfall »umfassend geklärt« werden, hieß es vor dem Treffen, über das beim Redaktionsschluss noch keine Ergebnisse vorlagen.

Die Reformschule in Heppenheim befindet sich in der größten Krise ihrer 104-jährigen Geschichte, nachdem vielfache Missbrauchsfälle aus den 1990er Jahren bekannt wurden.

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