Augen, groß wie Bälle

«Das doppelte Lottchen» nach Erich Kästner im Weddinger Atze-Musiktheater

  • Von Martin Hatzius
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im Atze-Musiktheater befindet sich Wien in der linken Bühnenecke. Es besteht aus einem Kaffeehaustischchen mit zwei Stühlchen und dem Dessertplan des Hotels Imperial. Hier ist die flotte Luise zu Hause, mondäne Kapellmeistertochter, ein kesses Mädchen mit lockigem blondem Haar und großer Klappe. München indessen - das ist ein Küchentisch mit eingelassener Spüle - liegt rechts, am anderen Rand. Hier wohnt die brave, fleißige, stille Lotte - blond ebenfalls, doch mit streng geflochtenen Zöpfen - und bekocht ihre oft abwesende Mutter, eine Journalistin, die für die Zeitung Texte über gute Erziehung schreibt.

Die beiden zehnjährigen Mädchen kennen sich nicht, doch das wird sich ändern. In der Bühnenmitte steht eine Wand mit darauf gemaltem Schwanensee, davor ein Ferienlagerbett und tollende Erwachsene, die Kinder darstellen. Die Gruppe wartet begierig auf «die Neue», um sie erst einmal fies zu dissen. Die Neue ist Lotte aus Münche...


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