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Der Rotgardist mit Pauke

Vor 25 Jahren starb der Kabarettist Wolfgang Neuss, zu dessen Vermächtnis auch etliche Gesangsnummern gehören

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Wolfgang Neuss, neben dem Bayern Karl Valentin der deutsche Kabarettist des vorigen Jahrhunderts, trieb zuletzt - zahnlos, zerlumpt, bekifft, mit zotteligen Speckhaaren - in Westberlin herum, abgetan und vergessen auf beiden Seiten der Frontlinie. Er starb am 5. Mai 1989.

«Ich war so ’ne Art Früh-Beatle, Volksschüler, in der Hitler-Jugend Trommler im Fanfarenzug.» Dann, seit 1963, täglich außer montags, ab 22.30 Uhr im «Domizil»-Keller am Lützowplatz, Berlin W 30, die anderthalb Stunden-Aktion «Das jüngste Gerücht» - zum jeweils letzten Stand der bundesdeutschen Status-quo-Misere.« Mit Trommel und spitzem Maul.

Neuss hat etliche Gesangsnummern hinterlassen, aus Filmen, Musicals, Kabarett-Auftritten. In einer »Dreigroschenoper«-Aufführung von 1958 gibt er den Moritatensänger fast so, wie Brecht ihn einst gab. So oft er falsch singt, so oft trifft er den richtigen Ton. Seine Lieder reichen vom Edel-Kitsch (den er nachahmen...


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