Illusion statt Inklusion

Trotz gültiger UN-Konvention ist gleichberechtigtes Leben Behinderter in Deutschland nicht gewährleistet

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Allein die »Aktion Mensch« hatte zum gestrigen Aktionstag in 600 »Cafés der Inklusion« zum Austausch eingeladen. Gesucht wurden Ideen für eine barrierefreie Gesellschaft, die noch nicht existiert.

Auch wenn die Bundesregierung gern auf jede Menge Kampagnen, Gutachten, Veranstaltungen und Projekte zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung verweist - die Umsetzung der Inklusion bleibt für die Mehrzahl der Betroffenen im Alltag oft nur eine Illusion.

So wurden für das persönliche Budget, auf das es seit 2008 einen Rechtsanspruch gibt, bis 2013 nur 20 000 Anträge gestellt. Interessierte Menschen mit Behinderung erhalten dabei Geldleistungen oder Gutscheine, mit denen sie sich Assistenzleistungen selbst organisieren - zum Beispiel, indem sie für sich ein Team von Helfern einstellen. Die Hälfte der Anträge kam aus Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2010 bestanden bundesweit etwa 10 000 solcher Vereinbarungen, davon zum Beispiel aber nur 105 in Brandenburg und 119 in Mecklenburg-Vorpommern. In der Praxis erweist sich häufig schon der Weg zur Bewilligung eines entsprechenden Antrags als hindernisreich. Die Verfahren dauern zu lange...


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