Zehn Jahre der Ungleichzeitigkeiten

Dominic Heilig über die Europäische Linke als Sammlungsbewegung sozialer Proteste und progressiver Parteien

  • Von Dominic Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Dominic Heilig ist Politikwissenschaftler und Mitglied des Vorstandes der Europäischen Linkspartei (EL).

So richtig kann die anstehende Wahl zum Europäischen Parlament noch nicht das Interesse der Wähler wecken. Wen wundert’s. Die Europawahl steht, wie vor fünf Jahren, unter dem Eindruck rein nationaler Diskurse. Eine europäische Öffentlichkeit existiert nicht. ARD und ZDF gaben vor kurzem bekannt, ein Rededuell der europäischen Spitzenkandidaten am 15. Mai lediglich im Spartenkanal Phönix übertragen zu wollen. Kaum jemand wird also hierzulande zur Kenntnis nehmen, dass es nach Dekaden linker Zersplitterung in Europa gelungen ist, einen Spitzenkandidaten auf der Grundlage eines gemeinsamen europäischen Wahlprogramms zu nominieren: Alexis Tsipras, Vorsitzender der stärksten griechischen Oppositionspartei SYRIZA, ist das Gesicht der Europäischen Linkspartei (EL) in diesem Wahlkampf.

Als 1991, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, die Reste der italienischen Kommunisten ihren Beitritt zur Sozialistischen, also sozialdemokratischen I...


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