Nullsummenspiel Deutsche Einheit

Ulrich Blum nennt »fiskalische Herumrechnerei« über Kosten in Ost und West wenig produktiv

Im Auftrag der »Welt am Sonntag« hat der Soziologe und Politikwissenschaftler Prof. Klaus Schröder von der FU Berlin die West-Ost-Nettotransfers seit 1990 auf zwei Billionen Euro geschätzt. Auch CDU-Ministerpräsidenten wie Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt kritisieren solche Aufrechnungen als einseitig und »eine Zumutung«. Michael Bartsch sprach darüber mit dem Hallenser Wirtschaftswissenschaftler Prof. Ulrich Blum, ehemaliger Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

nd Herr Professor Blum, stimmen denn Schröders Zahlen und muss man nicht genau zwischen Brutto- und Nettotransfers unterscheiden?
Blum: Brutto könnten es sogar etwas unter drei Billionen Euro sein. Wenn Sie über 25 Jahre zwischen 60 und 80 Milliarden Bruttotransfers rechnen, sind Sie tatsächlich bei rund zwei Billionen. Da sind aber Zins und Zinseszins noch nicht enthalten. Ökonomisch richtig wäre es, die Beträge aufzuzinsen.

Entscheidend ist aber die Frage, was Sozialversicherungstransfers, Solidarpakt oder Wirtschaftsfördertöpfen gegenzurechnen ist. Steuern und Sozialabgaben werden ja auch im Osten entrichtet.
Wenn man es richtig macht, muss man zum Beispiel die Steuersumme der abgewanderten Ostdeutschen gegenrechnen. Der Wanderungssaldo Ost-West ab 1990 wird immer auf 1,6 Millionen Bürger gesetzt. Dabei vergisst man, dass 1989 allein in den wenigen Wochen vor der friedlichen Revolution rund 400 000 Leute abgehauen sind....

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