Mensch auf Aufholjagd

Noch ist der Hund beim Joggen doppelt so schnell

Der Frühling ist längst nicht mehr nur Knospenknall- und Liebeszeit. Man merkt es auf Straßen und in Parks, man merkt es im Wald und auf dem Feld: Im Frühling beginnt auch die hohe Zeit der Joggerinnen und Jogger.

Die älteren unter ihnen joggten schon, als diese Freizeitbeschäftigung noch laufen hieß. Also bereits zu der Zeit, als Kids noch Kinder genannt wurden und die Kita auch auf Deutsch - wie heute immer noch in 46 (!) Sprachen dieser Welt - schlicht der Kindergarten war. Doch die meisten Joggerinnen und Jogger gehören zur jüngeren Generation. Und die hecheln nicht etwa irgendwelchen vorbildgebenden Alten hinterher, sondern dem Zeitgeist.

Joggen ist in. Und das ist wohl ganz gut so; es gibt wahrlich schlimmere Modeerscheinungen. Zumal die Menschheit auf diese Weise - zumindest in ihrer Freizeit - zu einer Bewegungsform zurückkehrt, die sie einst maßgeblich als Menschheit geformt hat. Das war nämlich nicht das Gehen, sondern eben das Laufen. Der Homus erectus war der erste Jogger. Jogging war, so die moderne Evolutionsbiologie, dessen erste »Jagdwaffe«. Er war nämlich in der Lage, seine nur dahintrottenden Beutetiere bis zum Umfallen zu hetzten - was seiner Energiebilanz zugute kam und seiner letztendlichen Entwicklung zum Homo sapiens recens.

In den letzten Jahrhunderten hat sich die menschliche Jagdtauglichkeit zu Fuß indes arg verschlechtert. Zumindest die des so genannten modernen, urbanen, westlichen Menschen. Dank des Jogging, beginnt er allerdings wieder aufzuholen. Die Läuferin in unserer heutigen Aufgabe ist zumindest kein Totalausfall:

Eine Joggerin hat es zehn Kilometer bis nach Hause, und sie läuft 8 km/h. Sie hat ihren Hund mit, der doppelt so schnell ist wie sie. Er rennt deshalb schon mal nach Hause vor, macht dort kehrt und hetzt zu der Joggerin zurück. Dieses Spielchen wiederholt der Hund so oft, bis Joggerin und er gleichzeitig zu Hause ankommen. Wie viele Kilometer ist der Hund gelaufen?

Ihre Lösungen schicken Sie uns bitte per Post (Kennwort »Denkspiel«) oder als Mail an spielplatz@nd-online.de. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 14. Mai. Absender nicht vergessen, denn wir losen stets einen Buchpreis aus!

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Denkspiellösung

Am 10./11. Mai ging es bei »Mensch auf Aufholjagd« um die Entfernung, die der Hund zurücklegte. Zwar konnte man das auch als unendliche geometrische Reihe auffassen und so lösen. Eleganter war aber der logische Ansatz: Hund läuft doppelt so schnell wie die Läuferin, legt also in gleicher Zeit doppelte Wegstrecke zurück - wenn auch nicht geradlinig, sondern eben hin und her.

Als Preisträger ausgelost wurden Dr. Olaf und Maral Schäfer aus Berlin. Sie erhalten den Roman »Hellers allmähliche Heimkehr« von Wolfgang Bittner, Verlag André Thiele, 2012.

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