Düdeldüdidü!

»Doofe Musik« im Haus der Kulturen

  • Von Thomas Blum
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Irgendwann muss es eine Zeit gegeben haben, in der die Musik vom Terror des Zwecks befreit war, in der nicht alle sofort lauthals gelacht haben, wenn jemand das Wort »Kunstautonomie« ausgesprochen hat. Diese Zeit liegt lange zurück. Heute ist Musik, zumindest in der westlichen Hemisphäre, häufig vor allem Beschallung, ein schmuseweicher Klangteppich, der beim Hörer Einverständnis herstellen, Wohlbefinden auslösen und temporär den Verstand stillstellen soll. Die vorherrschende Qualität dieser Musik liegt darin, dass sie den Eindruck erweckt, gar nicht da zu sein bzw. irgendwie präsent und dennoch zugleich abwesend zu sein: Sie darf dem Konsumenten nicht zu viel Aufmerksamkeit abverlangen oder ihn gar verstören. Musik also für Menschen, die sich nicht für Musik interessieren. Tolle Sache eigentlich.

Das Spektrum dessen, was da aus Lautsprechern allerorts auf uns einsäuselt, reicht von Fahrstuhl- und Kaufhausmusik, sogenannter Mu...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.