Wasser erobern und Stadtviertel entdecken

Treptow-Köpenick arbeitet zurzeit an einer neuen Tourismusstrategie

Berlins flächenmäßig größter Bezirk Treptow-Köpenick will mehr Besucher anlocken. Eine neue Tourismusstrategie ist in Arbeit.

Es gibt viel Wasser, viel Wald und viele Sehenswürdigkeiten in Treptow-Köpenick. Aber das allein reicht eben nicht aus, um Gäste in die Region zu holen. »Die Leute wollen vor Ort auch etwas erleben, wir müssen vielfältige Angebote entwickeln«, macht Stephan Lübke vom Bereich Wirtschaftsförderung deutlich. Der Betriebswirt ist für die strategische Tourismusplanung 2015 bis 2025 des Bezirks zuständig. »Unser Ziel heißt, eine eigene Marke Treptow-Köpenick entwickeln«, macht der Mitarbeiter deutlich. Derzeit würden gerade einmal zwei Prozent der Berlin-Besucher in der wald- und wasserreichen Region übernachten. »Diese Zahl muss künftig nach oben gehen«, sagt Lübke. Um das zu erreichen, seien aber noch etliche Anstrengungen nötig.

Vor zwei Jahren hat das Team um Lübke damit begonnen, das Thema zu analysieren. Betriebsbesuche wurden durchgeführt, Handlungsfelder konzipiert und Workshops einberufen. Jetzt sind die Akteure gerade dabei, eine Tourismuskonferenz - sie soll am 18. Juni im Ratssaal Köpenick stattfinden - vorzubereiten. Auf dieser Veranstaltung soll eine Zwischenbilanz gezogen, aber noch nichts Fertiges präsentiert werden. Themenkomplexe wie Wasser erobern, Natur genießen, Sport für alle, Kultur erleben oder Stadtviertel entdecken stehen unter anderem zur Diskussion. »Wir könnten uns vorstellen, vielleicht künftig jedes Jahr den Fokus auf ein ganz bestimmtes Thema zu legen«, erklärt Stephan Lübke. So hätten Hotels die Möglichkeit, eigene, touristische Vermarktungs-Angebote umzusetzen.

Lübke hofft, dass bis Ende des Jahres auch die Bezirksverordneten dem bis dahin vorliegenden Strategiepapier zustimmen. Zudem soll ein Kontrollmechanismus eingeführt werden. Das könnten alle zwei Jahre einberufene Tourismuskonferenzen sein. Denn das bislang gültige Tourismuskonzept sei noch zu wenig im Handeln von Politik und Verwaltung verankert. Zu den besonderen Herausforderungen gehört es, die Industriegeschichte Schöneweides touristisch zu vermarkten. Dafür gibt es eine Menge konkrete Ideen. So soll der Industriesalon in der Reinbeckstraße zu einem Besucherzentrum ausgebaut werden. Geplant ist beispielsweise ein Ausbau der geführten Spaziergänge. Authentisch werden Vergangenheit und Gegenwart in den denkmalgeschützten Gebäuden.

Infos unter www.industriesalon.de

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