Werbung

Tausende Alt-Nazis bauten in Bundesrepublik Geheimarmee auf

Adenauer-Regierung duldete offenbar Truppe aus SS- und Wehrmachtsoffizieren

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ehemalige Offiziere von Wehrmacht und SS sollen in der jungen Bundesrepublik am Aufbau einer 40.000 Mann starke Geheimtruppe gearbeitet haben. Dies berichtet der SPIEGEL in Berufung auf BND-Unterlagen. Die Bundesregierung tolerierte offenbar die Nazi-Armee

Die Story, die der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht, liest sich wie aus einem Verschwörungsroman: 2000 ehemalige Offiziere aus Wehrmacht und Waffen-SS sollen ab 1949 hinter dem Rücken der Bundesregierung am Aufbau einer 40.000 Mann starken Geheimarmee gearbeitet haben. Ziel sei unter anderem, im Falle eines Bürgerkrieges im Inland gegen Kommunisten vorzugehen.

Das Magazin beruft sich dabei auf ehemals geheime Akten des Geheimdienstes BND, die mittlerweile freigegeben wurden. Aus diesen gehe hervor, dass der spätere Bundeswehr-General Albert Schnez den Aufbau der Truppe initiiert habe, in den auch weitere »führende Köpfe der späteren Bundeswehr involviert waren«. Schnez habe bei Unternehmen für Spenden und Fahrzeuge geworben. Waffen für die Armee hätten über das Innenministerium beschafft werden sollen. Auch ein eigener Geheimdienst zur Bespitzelung linker Politiker, wie des späteren linken SPD-Fraktionschef Fritz Erler, sei bereits betrieben worden.

Motiv der Gruppe war dem SPIEGEL zufolge, die Bundesrepublik vor einem Angriff der Sowjetunion zu verteidigen. Schnez habe sich mit seiner Truppe ins Ausland absetzen und die »Bundesrepublik vom Ausland aus freikämpfen« wollen, schreibt das Magazin. Auch die Bekämpfung von Kommunisten in einem möglichen Bürgerkrieg habe man zum Ziel gehabt.

Unklar sei, wie die Bundesregierung auf den Aufbau der Nazi-Geheimarmee reagierte. Zwar habe der Aufbau wohl Anfangs sowohl hinter dem Rücken der Bundesregierung als auch der Allierten stattgefunden, doch habe Bundeskanzler Konrad Adenauer spätestens ab 1951 von der »Schnez-Truppe« gewusst und den BND-Vorgänger »Organisation Gehlen« mit der Überwachung der Gruppe beauftragt. Einem schärferen Vorgehen, so der SPIEGEL, habe möglicherweise die Angst vor einem Konflikt mit den Altnazis entgegen gestanden.

Ebenso unklar ist, was schließlich aus der Geheimarmee wurde. »Die Abwicklung erfolgte geräuschlos«, schreibt der SPIEGEL. Ohnehin wurde die inoffizielle Armee bald durch die die Gründung der Bundeswehr überflüssig gemacht. Ab 1955 dienten dort die ersten Soldaten, unter ihnen auch viele Altnazis wie Albert Schnez, der es bis zum Heeresinspekteur brachte.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen