Über acht Brücken musst du geh’n

Nürnberg ist nach nur fünf Saisonsiegen mal wieder abgestiegen

  • Von Andreas Morbach, Gelsenkirchen
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der 1. FC Nürnberg steigt nach dem 1:4 auf Schalke zum achten Mal aus der 1. Bundesliga ab. Diesen Rekord haben sie vor allem mangelndem Selbstvertrauen zu verdanken.

Der neueste Abstieg des »Fahrstuhl«-erprobten 1. FC Nürnberg kam sehr beliebig daher, und passend dazu las sich die Traueranleitung von Per Nilsson. »Heute und morgen kann man leiden, man kann auch noch ein paar Wochen weiterleiden«, überlegte der schwedische Kapitän der Franken, ehe er seinen eigentlichen Vorschlag anbrachte: »Den Kopf in den Sand stecken, wäre das Dümmste, was man machen kann. Wir müssen sofort eine neue Mannschaft aufbauen.«

Ganz so eilig hatte es Roger Prinzen nach der finalen Nürnberger Pleite auf Schalke nicht. Leicht gebeugt, beide Hände flach auf den Tisch gestützt, stand der verhinderte Retter der Nürnberger da und stöhnte schon beim Gedanken an die lange Heimreise auf. »Jetzt im Bus fünf Stunden nach Hause fahren«, murmelte der Trainer - »da brauchen wir keinen Film zu schauen. Der Film läuft im Kopf, mit all den Spielen, die hinter uns liegen. Und du weißt: Es wird nicht besser. Das ist das Blöde.«

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