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Tunnelblick am verflixten Kilometer 13

Ein Super-Rekord und verirrte Marathon-Favoriten

  • Von Michael Müller
  • Lesedauer: 2 Min.
Glück und Pech liegen manchmal ganz dicht beieinander: SuperMarathonläufer Christian Seiler legte neuen Streckenrekord vor, die Führenden beim Marathon verliefen sich im Wald.

Großereignisse, besonders sportliche, die wie der Rennsteiglauf aufgeladen sind mit Emotionen und geradezu überborden von Erinnerungen, bringen mit den Jahren geradezu Mythisches hervor. Der so genannte Taschenlampenlauf, in den Annalen stets mit dem Beiwort legendär erwähnt, an dessen 40. Jubiläum in diesem Jahr des öfteren erinnert wird, gehört dazu. Eine tausendköpfige, mit fast ebenso vielen Taschenlampen ausgerüstete Läuferschlange, hatte sich damals bei einem Start früh um 1 Uhr am Heuberghaus bei Friedrichroda zum 3. GutsMuths-Lauf in Bewegung gesetzt. Eine bizarre Angelegenheit also, die nun zum Gründungsmythos des Rennsteiglaufes gehört.

Der 42. Rennsteiglauf vom Sonnabend hat das Zeug gleich für zweierlei Legenden. Da war zum einen der Sieg von Christian Seiler im Supermarathon, der als erster auf dieser 72,7-Kilometerstrecke unter fünf Stunden blieb. Sensationell, mit 50 Minuten Vorsprung vor dem Zweiten! Und dann war da dieses dramatische Scheitern der beiden haushohen Favoriten Marcel Knape und Christian König auf der Marathondistanz.

Das Duo lag bereits ein paar Minuten deutlich vor dem Rest des Feldes, als bei Kilometer 13 an einer Weggabelung ein Absperrband fehlte. Zudem war das Führungsmotorrad gerade außer Sicht, und Zuschauer gab es an der ja sonst eigentlich unspektakulären Stelle auch nicht. So rannten die beiden falsch geradeaus statt um die Kurve. Bis sie wieder in die richtige Spur kamen, waren sie rund zwei Kilometer umsonst gelaufen, lagen nun weit hinter dem späteren Sieger Heiko Ludewig. Voller Ehrgeiz starteten sie eine begeisternde Aufholjagd, doch letztlich ließ die Batterie psychisch und physisch rapide nach. Indes gaben die beiden nicht etwa resigniert auf, sondern liefen noch auf Platz 29 bzw. 30 ins Ziel. Später beglückwünschten sie auch den Sieger, der seinerseits versicherte, dass er sich 2015 der Revanche stellen werde.

Eine wirklich schlüssige Erklärung für das fehlende Absperrband konnten die Organisatoren noch nicht liefern. Organisationchef Marcus Clauder bedauerte den Vorfall und versprach eine gründliche kritische Analyse. Doch er erinnerte auch an die Tatsache, dass der Rennsteiglauf eben kein übersichtlicher Stadtlauf, sondern eben einer im Gelände ist. Eine Taschenlampe hätte den beiden Pechvögeln am Sonnabend nichts genützt. Wohl aber mehr Spürnase und Streckenkunde statt zu viel Tunnelblick.

Fotos vom nd-Team beim 42. GutsMuths-Rennsteiglauf und von unterwegs finden Sie bis Mitte der Woche unter: dasND.de/rennsteiglauf

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