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Scheinbewerbungen können zulässig sein ...

Landesarbeitsgericht urteilte

Stellenbewerber können Arbeitgeber mit Scheinbewerbungen testen, ob diese sich an das Antidiskriminierungsgesetz halten.

Eine Testbewerbung kann zulässig sein, wenn es einen konkreten Auslöser für eine mögliche Diskriminierung gibt, die Strafgesetze dabei beachtet werden und die Bewerber nicht »rechtsmissbräuchlich« handeln. So urteilte das Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein in Kiel am 24. April 2014 (Az. 3 Sa 401/13).

In dem verhandelten Rechtsstreit wiesen die Richter des Landesarbeitsgerichts jedoch die Klage eines 50-jährigen Stellenbewerbers wegen einer angeblichen Altersdiskriminierung ab.

Neben seiner regulären Bewerbung hatte er auch eine »Testbewerbung« versandt. Darin gab er eine Person an, die 18 Jahre jünger war. Nachdem der Arbeitgeber den fiktiven, nicht aber den echten Bewerber zum Gespräch einlud, forderte der Kläger eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung von mindestens 10 500 Euro.

Das LAG lehnte eine Entschädigung ab. Grund für die Einladung des fiktiven »Testbewerbers« sei nicht das jüngere Alter, sondern dessen aktuellere Erfahrungen gewesen. Inszenierte Testbewerbungen zur Klärung von Diskriminierungsfällen seien nicht generell verboten. Die Testbewerbung müsse aber einen konkreten Auslöser haben und dürfe nicht anlasslos verschickt werden, ergänzte das Gericht. epd/nd

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