Thailands Armeechef: »Das ist kein Putsch!«

Nach monatelanger politischer Konfrontation ruft General Prayuth Chan-ocha das Kriegsrecht aus

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Monatelang hatte sich Thailands Militär zurückgehalten. Vor einer absehbaren Zuspitzung der politischen Konfrontation schritt sie am Dienstagmorgen doch ein - und verhängte das Kriegsrecht übers Land.

Am Dienstag um 3 Uhr früh unterbrachen Thailands Fernsehsender das Programm. Groß im Bild, etwas nervös, verlas Armeechef Prayuth Chan-ocha eine Erklärung vom Papier. Im Land herrsche ab sofort das Kriegsrecht. Die Bevölkerung solle nicht in Panik ausbrechen, sondern wie gewöhnlich zur Arbeit gehen.

Dem folgten weitere Erklärungen der Armee, verkündet wurde die Schließung rivalisierender Fernsehsender, um die Verbreitung von Unwahrheiten und Hasspropaganda zu unterbinden. »Das ist kein Putsch«, versicherte Prayuth. Es herrsche keine nächtliche Ausgangssperre, doch nach monatelangen blutigen Protesten gegen die Regierung stehe die nationale Sicherheit auf dem Spiel. Er könne kein weiteres Blutvergießen dulden. Die Übergangsregierung bleibe im Amt, es gehe allein um die Wiederherstellung von Recht und Ordnung. »Wir sind dabei, beide Seiten zu Gesprächen einzuladen«, sagte Prayuth.

Im protestmüden Volk machte sich gewisse E...


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