Bürger gegen Wasserprivatisierung

Klarer Ausgang bei informellem Referendum in der griechischen Stadt Thessaloniki

  • Von Anke Stefan, Athen
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Für die einen ist es ein Menschenrecht, für die anderen eine Handelsware: In Griechenland wird ein Kampf ums Wasser ausgetragen.

Geht es nach dem Willen der griechischen Regierung und der Gläubigertroika, sollen die zu den wenigen lukrativen Staatsunternehmen gehörenden Wasserwerke privatisiert werden. In Thessaloniki besitzt der französische Konzern Suez bereits einen Minianteil von 5,4 Prozent an den örtlichen Wasserwerken EYATh, den sie in der laufenden Ausschreibung auf 51 Prozent erhöhen will. In der Bevölkerung will man dagegen das Unternehmen unter staatlicher Aufsicht behalten. Die »Bewegung 136« hat sich das Motto »SOSte to Nero« (»rettet das Wasser«) auf die Fahnen geschrieben und sogar den Verbund der Bezirksverwaltungen der nordgriechischen Metropole auf ihre Seite gezogen.

Am vergangenen Sonntag, zeitgleich mit der ersten Runde der landesweiten Kommunalwahlen, führte die Bewegung ein »Wasserreferendum« durch. Dabei sprachen sich 213 508 Teilnehmer gegen die Privatisierung der EYATh und 4278 dafür aus. Die Wahlbeteiligung lag bei gut einem V...


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