Aus dem Rahmen gefallen

»Pique Dame« in Halle

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Zu DDR-Zeiten hätte es den Beigeschmack von politischem Anbiedern gehabt, mit der Premiere einer Oper von Peter Tschaikowski ausgerechnet am 9. Mai herauszukommen, der in Russland nach wie vor als nationaler Feiertag des Sieges begangen wird. Heute ist es eher eine makabre Pointe, wenn dem am Boden liegenden Hermann der militärische Rhythmus der aus der Wirklichkeit in sein Spielerleben eindringenden Marschmusik in die Glieder fährt.

Der Lebenslauf bzw. der Name des großen russischen Komponisten gerät heute schon mal als Zwischenruf in eine Pressekonferenz, wenn der für München angeheuerte Dirigenten-Star und Putin-Freund Waleri Gergijew zu dem homophonen Unsinn Stellung himmt, der seit einiger Zeit immer wieder aus Moskau zu hören ist. Der hätte auch Tschaikowski betroffen.

Christian Schuller, der sich in Halle mit »Nabucco« und »Freischütz« bestens als Regisseur eingeführt hat, sein Bühnenbildner Jens Ki...


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