General Prayuth zieht in Thailand die Fäden

Erstes Treffen der politischen Kontrahenten des krisengeschüttelten Landes endete ergebnislos

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Thailands neuer starker Mann, Armeechef Prayuth Chan-ocha, zitierte am Tag nach der Ausrufung des Kriegsrechts die Führer der Streitparteien zu Gesprächen vor den neuen Militärrat (POMC).

Die da am Tisch des thailändischen Militärrates saßen, hatten ihre jeweiligen Gegner eben noch mit wüsten Ausdrücken beworfen. Darunter waren Vertreter der Rumpfregierung, der Opposition, der regierungsfreundlichen Rothemden, der Wahlbehörde und des Senats. Haftbefehle gegen Oppositionsführer Suthep Thaugsu-ban und andere waren ausgesetzt worden, um Friedensgespräche in Gang zu bringen. Armeekreise sprachen von einem erfolgreichen, jedoch ergebnislosen ersten Treffen. »Thailand ist eine Demokratie«, hieß es. »Doch wir müssen die Probleme lösen, bevor es Wahlen gibt.« Weitere Gesprächsrunden sollen folgen.

Ein selbstbewusster General Prayuth hatte sich zuversichtlich gezeigt: »Das Kriegsrecht markiert den ersten Schritt in Richtung Frieden, der schnell wiederhergestellt wird.« Zustände wie »in der Ukraine oder Ägypten« müssten vermieden werden. Tatsächlich hatte Bangkok nach dem »sanften Coup« eine erste Nacht ohne gewal...


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