Eine Grippewelle, die keine war

Warum es so schwierig ist, den Verlauf von Influenza-Epidemien vorherzusagen

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Obgleich vielfach angekündigt, blieb die Grippewelle in diesem Winter aus. Kommst sie deswegen im kommenden Herbst umso heftiger?

Mit einer Virusgrippe (Influenza) ist bekanntlich nicht zu spaßen. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr schätzungsweise zwischen 5000 und 15000 Menschen an den Folgen der Infektion. Zwar stehen zur frühzeitigen Behandlung der Grippe heute sogenannte Neuraminidase-Hemmer zur Verfügung wie Oseltamivir (Markenname Tamiflu). Doch deren Nutzen wird inzwischen von vielen Medizinern angezweifelt. Eine neue Untersuchung hat ergeben, dass Tamiflu den Krankheitsverlauf bei Erwachsenen im Placebovergleich nur geringfügig abkürzt: von 7 auf 6,3 Tage. Dafür können bei der Behandlung mitunter schwere Nebenwirkungen auftreten.

Das beste Anti-Grippe-Mittel ist daher nach wie vor die vorbeugende Schutzimpfung, die allerdings jedes Jahr vor Beginn der kalten Jahreszeit, also zwischen Oktober und November, wiederholt werden muss. Denn Influenzaviren verändern ständig ihre Struktur, so dass es notwendig ist, auch die Impfstoffkombination jähr...


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