Obsessive Selbstsuche

Im Kino: In »Enemy« trifft Jake Gyllenhaal auf einen Doppelgänger

  • Von Caroline M. Buck
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der Mensch ist des Menschen Wolf - keine neue Erkenntnis, aber selten so wahr wie in diesem Film. Zumal hier nie ganz ausgeschlossen werden kann, dass der Mensch nicht auch sich selbst bereits Wolf ist, dass nicht überhaupt nur ein Mensch im Satz von Mensch, Mensch und Wolf vorkommen dürfte, der sich dann eben selbst zerfleischt. Denn handelt es sich bei den vorgestellten Identitätsproblemen nicht eher um einen Fall von Schizophrenie als um Feindschaft unter Männern im vorzivilisatorischen Naturzustand?

In einer Stadt mit der Silhouette von Toronto, von beigebraungrauem Nebel halb verschleiert, lebt Adam (Jake Gyllenhaal). Er lehrt Geschichte an einer betongrauen Universität. Seine Studenten sind austauschbar, namenlos und stumm, bloße Gesichter, vor denen Adam über die Kontrolle über andere doziert, um deren Ausbau und Erhalt sich die menschliche Geschichte stets drehte. Und über Gesellschaftstheorien, darunter die von Thomas...

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