Das mit den E-Mails regelt der Markt

Ingo Stützle über eine immer noch ganz schön agile wirtschaftswissenschaftliche Ideologie

Wer kennt das nicht: Die Inbox quillt von E-Mails über, die Möglichkeiten, einzelne E-Mails als ungelesen oder farbig zu markieren, sie in Ordner zu sortieren, sind ausgereizt. Ganz Findige schicken sich E-Mails selbst nochmals zu, damit sie wieder nach oben rutschen, was das Problem nur potenziert, schließlich werden es ja noch mehr E-Mails. Ein weiterer Trick: die E-Mail-Flut erst nach der Mittagspause zu lesen und zu bearbeiten, dann, wenn der Körper konzentrierte Arbeit verweigert - und trotzdem liest man als erste Amtshandlung des Tages alle E-Mails.

Statt das Problem mit der kaum bewältigbaren Masse an E-Mails zu individualisieren, sollte es einen kollektiven Umgang mit dem Problem geben, schließlich sagen schon die Krankenkassen, dass die E-Mail-Berge krankmachen. Für ein solch komplexes Problem gebe es eine effiziente Lösung: den Markt. Das meinen zumindest die Ökonomen Bruno S. Frey und Christian Ulbrich in der