Elfriede Leymann aus Berlin 06.06.2014 / Reise
nd-Lesergeschichten

In dieser Nacht wurde ich erwachsen

Am Sonnabend, dem 4. Dezember 1943 gegen 3.30 Uhr heulten in Leipzig die Sirenen: Fliegeralarm. Rasch fanden sich im Luftschutzkeller die elf Bewohner des großen vierstöckigen Mietshauses ein - neun Frauen, ich als 15-jährige die weitaus jüngste, der Apotheker Dr. R. und Herr S., einarmiger Invalide des Ersten Weltkrieges. Der Apotheker kam aufgeregt von draußen: »Über uns stehen Christbäume!« So wurden die lange schwebenden, gebündelten Leuchtraketen genannt: Wir wussten - Bombardierung folgt.

Dumpf vernahm ich entfernte Donnerschläge. Das Donnern schwoll an, wuchs zu einem einzigen Getöse. Ein durchdringendes Heulen, Pfeifen, - ein gewaltiger Schlag! Die Glühbirne verlosch, der Ziegelboden unter meinen Füßen bebte, die Metalltür flog auf. Ich roch Kalk, schmeckte Kalk. Und - schmerzhafte Stille! Eine Taschenlampe blitzte: Die Wände standen.

Über Keller- und Haustüren kletterten wir ins Freie, hörten unheimliches Kniste...

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