Europas Giganten im Kampf um Zypern

Auf der Mittelmeerinsel im Visier der Troika: Russland und die Russen

  • Von Hannes Hofbauer, Nikosia
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Zyperns Banken standen vor einem Jahr kurz vor der Pleite und damit der ganze Staat. Einer der größten Investoren dort war und ist Russland, nicht gerade zur Freude der Troika aus EU, EZB und IWF.

Von der Europäischen Universität, die erst vor kurzem Teil eines privaten US-amerikanischen Bildungskonzerns geworden ist, führt der Weg vorbei an den ausladenden Gärten des Metochien-Klosters in eines der typischen Mittelstandsquartiere der Stadt. Wir befinden uns im griechischen Teil des geteilten Nikosia, von den Einheimischen Lefkosia genannt, und wir schreiben das Jahr eins nach dem tiefsten Krisenschnitt, den ein Land der Eurozone bisher durchmachen musste.

Das Begriffspaar »Bail-out« und »Bail-in« hat längst den griechischen Wortschatz erreicht, wie es auch die deutsche Sprache gerade erobert. Mit »Raushauen« und »Reinhauen« liegen weitgehend unbenützte Übersetzungsvorschläge vor, die die beiden Alternativen im Umgang mit dem Kollaps der zyprischen Banken beschreiben. Beide kamen im März 2013 zum Einsatz. Um den Staatsbankrott zu verhindern, ließen Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) an harte...


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