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Krakeelen im Kiefernwald

Sarah Liebigt über grüne Visionen für ein grünes Berlin der Stille

Ein Zaun um die Feiernden, sie am Pinkeln zu hindern. Ein Zaun um den Jugendclub, ihn vor Bränden zu schützen. Ein Zaun um ihre Villen, sie vor Lärm zu bewahren. Wo der Mensch lebt, da braucht er einen Zaun, der ihn schützt. Vor anderen Menschen. Auch wenn es sich bei den Zaunplanern um Investoren handelt, die Berlin ein ums andere Mal mit einer für wildgewordene Baufantasien offen stehenden Kunstwelt verwechseln.

Nach den Partys im Tiergarten will man ihn vor Teilnehmern von Großveranstaltungen schützen, die durch den Park rennen, um hier hin zu pinkeln und dort hin Müll zu schmeißen.

Die Neuköllner Falken, die Jugendorganisation der SPD, mussten um ihr Haus einen Hochsicherheitszaun errichten, damit sie nach mehreren Brandanschlägen durch vermutlich Neonazis versichert bleiben.

In Dahlem nun sollen Anwohner, die es noch gar nicht gibt, vor tosend lauten Skatern und Kindergeschrei geschützt werden. Das Kinderlärm keine Lärmbelästigung ist, bestätigt der Gesetzgeber. Doch dem Bauherrn des »Urban Village« ist das schnurz. Der plant, Gebäude »individuell in der der märkischen Seenlandschaft nachempfundenen Natur« zu platzieren. Weil Brandenburg so weit weg und Berlin bekanntlich eine wasserarme, tote Betonwüste ist, soll dieses »Dorf der unbegrenzten Möglichkeiten« mit Wasser und Grün zahlungskräftige Klientel locken. Fünf Meter entfernt vom Grunewald. Aber wer so einen Zaun will, der erwartet auch von seinen Käufern nicht, darüber hinaus zu schauen.

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