Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Schuldenschnitt bei Hypo Alpe Adria

Die Abwicklung der Hypo Alpe Adria nimmt Formen an. Auch einige Gläubiger müssen um ihr Geld zittern. Die BayernLB als ehemaliger Eigentümer soll einen hohen Beitrag leisten.

Wien. Österreich will auch Gläubiger an der Abwicklung einer maroden Staatsbank beteiligen. Die Käufer nachrangiger Anleihen der Hypo Alpe Adria im Umfang von 890 Millionen Euro, die vom Land Kärnten garantiert wurden, sollen nach einem Beschluss der österreichischen Regierung leer ausgehen. Außerdem solle die BayernLB als Alteigentümer einen Beitrag von 800 Millionen Euro leisten. Das rot-schwarze Kabinett in Wien billigte am Mittwoch mit einem Sondergesetz die Einrichtung einer »Bad Bank«. Dort sollen im November faule Kredite im Buchwert von rund 17 Milliarden Euro eingebracht werden.

Bayern kündigte am Mittwoch prompt an, den österreichischen Schuldenschnitt für die Gläubiger der Kärntner Skandalbank nicht zu akzeptieren. »Es ist ein einmaliger Vorgang in Europa, dass ein Land sich per Gesetz von Schulden befreien möchte«, sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) am Mittwoch. »Wir werden auf privatrechtlicher und auf internationaler Ebene alle rechtlichen Schritte prüfen.«

Auch die BayernLB meldete Protest an: »Mit dem heute vom Ministerrat beschlossenen Sondergesetz zur Hypo Alpe Adria soll offensichtlich versucht werden, mit einem rückwirkenden Einzelfallgesetz die BayernLB zu enteignen, während alle anderen vergleichbaren Gläubiger weiterhin bedient werden sollen.« Die BayernLB streitet sich mit Österreich um rund 2,3 Milliarden Euro.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte als unmittelbare Reaktion auf den Schuldenschnitt die Kreditausblicke von sieben österreichischen Banken gesenkt. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln