Werbung

Nichts gegen Herrn Cameron

Katja Herzberg über die unbeholfenen Versuche des britischen Premiers, Jean-Claude Juncker als nächsten EU-Kommissionspräsidenten zu verhindern

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die große Keule hatte David Cameron bereits einen Tag nach der Europawahl geschwungen. Er soll beim Treffen der Staats- und Regierungschefs den Austritt Großbritanniens aus der EU ins Spiel gebracht haben. Nun ist diese Drohgebärde keine neue, in der aktuellen Situation aber reichlich unangemessen. Jetzt erklärte sich der Konservative in einem Gastbeitrag für die »Süddeutsche Zeitung«. Darin wird besonders sein beschränktes Verständnis von Demokratie und europäischer Zusammenarbeit deutlich.

Die EU müsse reformiert, wettbewerbsfähiger werden. So weit, so bekannt. Dann folgen Widersprüche. Die Wähler hätten ein klares Zeichen für eine andere Politik gesetzt, das habe aber nichts mit Juncker zu tun. Der Spitzenkandidat der zuletzt und jetzt wieder stärksten Fraktion im EU-Parlament sei von niemandem gewählt. Ausgerechnet dem Parlament wirft Cameron Hinterzimmerpolitik vor. Juncker zum Kommissionschef zu machen, würde die EU-Kommission politisieren. Als hätte die heimliche Auswahl des blassen José Manuel Barroso und seiner Vorgänger keine politische Aussage beinhaltet.

Camerons Beitrag zeigt vor allem eines: Er hat Angst, Macht an die einzig direkt gewählte EU-Institution - das Parlament - zu verlieren. Wer will hier also die demokratische Legitimation der EU unterminieren?

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!