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Ein-Mann-Demo

Stefan Bernhard Eck steht wegen eines Holocaustvergleichs in der Kritik.

Die Linksfraktion im Europäischen Parlament wird größer. Künftig werden ihr 52 Abgeordnete angehören. Ein neues Gesicht ist der Saarländer Stefan Bernhard Eck. Als Vorsitzender und Spitzenkandidat der Tierschutzpartei profitierte er davon, dass vor der Europawahl die Dreiprozenthürde vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde. So reichten bereits 1,2 Prozent der Stimmen für seine Partei aus, damit der Spitzenkandidat in das Europaparlament einziehen konnte.

In der Fraktion heißt es, bei seiner Vorstellung habe sich Eck eindeutig links von der SPD positioniert. Zudem lehnt er die europäische Austeritätspolitik ab. Allerdings gibt es auch ein paar linke Abgeordnete, die nicht sonderlich begeistert davon sind, nun mit Eck in einer Fraktion zusammenzuarbeiten. Sie stört etwa, dass der Tierschützer, der seit 1998 Vegetarier und seit Ende 2001 Veganer ist, vor acht Jahren auf dem Besucherparkplatz der KZ-Gedenkstätte Dachau mit einem selbst gemalten Plakat, auf dem »Für Tiere ist jeden Tag Dachau« stand, demonstrierte, eine Ein-Mann-Demo. Über diesen Vergleich dürfte noch weiter mit ihm diskutiert werden. So kündigte es zumindest die linke Parlamentarierin Cornelia Ernst an.

Eck selber meint, er wolle die Menschen »wachrütteln«. Als Abgeordneter im Europaparlament hat er sich vorgenommen, der ausufernden Massentierhaltung Paroli zu bieten und sich für die Abschaffung von Tierversuchen für Haushaltsmittel einzusetzen.

In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber »nd« verteidigte Eck seine Aktion vor dem früheren Konzentrationslager grundsätzlich. Der Tierschutzaktivist betonte jedoch, er habe nicht die menschlichen Opfer mit Tieren vergleichen wollen, sondern ähnliche Begleitumstände. Wie er gleichzeitig mitteilte, würde er angesichts der gezielten Missinterpretation des Satzes »Für die Tiere ist jeden Tag Dachau«, der aus dem Kontext gerissen worden sei, und eventueller negativer Auswirkungen für die Fraktion die gleiche Aktion zum heutigen Zeitpunkt nicht wiederholen.

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