Die im Dunkeln sieht man nicht

Trotz neuer Gesetze haben es Betrüger auf dem Grauen Finanzmarkt immer noch leicht

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Derzeit schlagen einige Verfahren gegen Firmengründer und Manager hohe Wellen. Sie hatten auf dem Grauen Kapitalmarkt Geschäfte gemacht - und die Anleger Verluste.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den Arzt Heinrich Maria Schulte haben es in sich: Laut der Behörde soll der 60-Jährige in insgesamt 360 Fällen gewerbsmäßig Geld veruntreut haben. Als Inhaber und Chef der Fondsgesellschaft Wölbern Invest (früher Wölbern Bank) soll er 147,3 Millionen Euro aus geschlossenen Fonds unrechtmäßig verwendet haben. 50 Millionen davon seien in private Kanäle geflossen, so die Anklage. Schulte sitzt seit September in Untersuchungshaft. Vor dem Landgericht Hamburg geht der Prozess am Dienstag in seine entscheidende Runde.

Schultes Verteidigungsstrategie läuft wohl darauf hinaus, den dubiosen Geldfluss nicht zu bestreiten, ihn aber im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft für rechtens zu erklären. Das Geld wäre danach in einen »Cashpool« geflossen, der als »Feuerwehr« diente. 40 000 Sparer sollen insgesamt etwa eine Milliarde Euro bei Schulte angelegt haben. Eine Feuerwehr könnten diese geprellten Anl...

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