Mahner für die Wiedergutmachung

Nach dem Tod des Herero-Führers Kuaima Riruako will seine Familie die Frage der Entschädigung durch Deutschland weiter verfolgen

  • Von Rolf-Henning Hintze
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Familie des verstorbenen Herero-Führers Kuaima Riruako will den Kampf um Wiedergutmachung fortsetzen, den der 79-Jährige seit Jahrzehnten geprägt hatte.

Im August 2004 fand am Rande des Schlachtfeldes, auf dem General v. Trotha im Auftrag Kaiser Wilhelms II. vor 100 Jahren die Herero entscheidend geschlagen hatte, eine Gedenkfeier statt. Nahe der verarmten Ortschaft Okararara, in Sichtweite zum Waterberg-Massiv, kamen in Anwesenheit hochrangiger Gäste mehrere Tausend Herero zusammen, um der Entscheidungsschlacht zu gedenken. Der wichtigste Gast dieser Gedenkfeier kam aus Deutschland: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Eigentlicher Hausherr in Okakarara war indes Herero-Führer Kuaima Riruako. Der 1978 gewählte höchste Häuptling der Herero starb kürzlich 79-jährig in einem Windhoeker Krankenhaus. Ende des Monats soll er in Okahandja beerdigt werden, dort, wo auch Samuel Maharero begraben ist, der 1904 den Krieg gegen die deutsche Kolonialmacht begann.

Bei der Mehrheit der Herero erfreut sich Riruako großer Beliebtheit vor allem, weil er sich über Jahrzehnte ...

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