Vom Verschwinden der Schreibschrift

Immer öfter lernen Grundschüler nur Druckbuchstaben, aus denen sie dann ihre Handschrift selbst entwickeln sollen

  • Von Christina Sticht, Hannover
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Umgang mit dem Smartphone bereitet den meisten Grundschülern keine Probleme. Dagegen kämpfen etliche Schüler mit dem großen G oder dem kleinen h. Ist die Schreibschrift noch zeitgemäß?

An die ersten Schreibversuche in der Grundschule erinnert sich jeder. Auf einer Schiefertafel oder mit Bleistift im linierten Heft wurden Schwünge, Bögen und Kringel geübt. Bis in die 1980er Jahre hinein dominierte im Westen die verschnörkelte Lateinische Ausgangsschrift, in Ostdeutschland wird immer noch mit der schlichteren Schulausgangsschrift begonnen.

Bundesweit lernen inzwischen nach Einschätzung der Schulbuchverlage die meisten Erst- und Zweitklässler eine vereinfachte Schreibschrift, auf die jedoch mehr und mehr Schulen komplett verzichten. Droht die Schreibschrift auszusterben?

Der Grundschulverband propagiert seit einigen Jahren eine sogenannte Grundschrift, die aus zu verbindenden Druckbuchstaben besteht. Damit sollen Jungen und Mädchen ohne Umweg früher zu einer eigenen Handschrift finden. Die meisten Bundesländer stellen es den Lehrerkollegien der Schulen frei, welche Schrift gelehrt wird. Zielvorgabe der Ku...


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