Über den Abgründen im Klanggebirge

Strauss’ »Frau ohne Schatten« in Leipzig

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Dass »Die Frau ohne Schatten« dem Leipziger Opernchef Ulf Schirmer seit langem vom Pult aus vertraut ist, kommt diesem selbst für Richard Strauss’ Verhältnisse monströsen Orchesterzauber mit Suchtfaktor hörbar zugute (Libretto Hugo von Hofmannsthal, in dem man bei dieser verquasten Geschichte um ausbleibende Mutterschaft weder den wuchtigen »Elektra«-Dichter noch den genial wienerischen »Rosenkavalier«-Parlierer wiedererkennt). Dass zum 150. Geburtstag des Komponisten Richard Strauss die Zeit in Leipzig reif war für einen neuen Versuch mit dessen Opus magnum als Leistungsnachweis des Hauses, bewies der euphorische Jubel am Ende. Die Vorgängerinszenierung liegt fünf Jahrzehnte zurück und gehört in die Glanzzeit des Opernhauses, die mit dem Namen Joachim Herz verbunden ist.

Aber die Schatten, gegen die Schirmer mit seiner bislang überzeugendsten Leipziger Einstudierung mit dem Gewandhausorchester im Graben antrat, kommen nicht a...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.