Sex, Schnaps und Schießgewehr

Kino vor dem »Hays-Code«: Das Arsenal füllt den Sommer mit Witz, Erotik und Sozialkritik

  • Von Caroline M. Buck
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bevor Hollywood 1934 eine strikte Selbstzensur einführte, um der Einrichtung einer staatlichen Zensurbehörde zuvorzukommen, war auf den Leinwänden der Traumfabrik ziemlich viel möglich. Frauen, die sich Liebhaber halten und große Firmen führen, Männer, die den Glauben an die sozialen Verheißungen des American Dream verloren haben und auf kriminellen (oder jedenfalls nicht immer strikt legalen) Wegen Geld und Einfluss suchen, außerehelicher Sex, Drogen, Depressionsgeschichten: Vor dem Code war Hollywood oft frisch, frech, anzüglich und ziemlich unverhohlen sozialkritisch.

Der »Code«, das war ein schriftlicher Katalog all der Dinge, die man in Zukunft lieber vermeiden wollte. Die Verherrlichung von sexuellen Vergnügungen zum Beispiel oder die Darstellung öffentlicher Würdenträger als korrupte Bösewichte. Strikt genommen gab es den Code schon seit den 20er Jahren, aber erst als die neugegründete Catholic Legion of Decency 1933 de...


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