Unendliche Bedürfnisse?

Über produktive und sinnlich-vitale Bedürfnisse am Beispiel von Nahrungsmitteln

  • Von Stefan Meretz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In der letzten Kolumne wurde die behauptete ewige Knappheit von Gütern als künstlich unverfügbar gemachte Fülle entschlüsselt. Der Knappheitsmythos wird allerdings von einer weiteren Annahme begleitet: Die Bedürfnisse seien unendlich. Das klingt logisch: Wenn die Bedürfnisse immer weiter wachsen, dann können die produzierten Güter nie ausreichen und werden folglich immer knapp sein. Sehen wir uns das am Beispiel der Produktion von Nahrungsmitteln an.

Bedürfnisse sind nie die gleichen, sondern sie verändern sich permanent. Zwar wollen Menschen immer essen, aber was und wie sie essen, ist heute völlig anders als vor hundert Jahren. Gibt es für unsere heutige Art und Weise zu essen genug Nahrungsmittel? Bei weitem! Dass sich nicht alle Menschen ausreichend und gut ernähren können, liegt nicht daran, dass die Bedürfnisse die Produktion übersteigen, die Nahrungsmittel also nicht ausreichen, sondern es liegt daran, dass sie knapp si...


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