Werbung

Eilige Reform steht auf dünnen Beinen

Regierung will Reform der Lebensversicherung möglichst schnell durchsetzen

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Mit der Reform der Lebensversicherung will die Regierung vor allem den Verbrauchern an die Tasche. Die Linkspartei hat nachgefragt- das Ergebnis: die Änderungen stehen auf einer sehr dünnen Datenbasis.

Berlin. Die LINKE hat die Eile der Bundesregierung bei der Umsetzung der Reform der Lebensversicherungen kritisiert. Wie »Spiegel Online« berichtet, würde dies zu Fehlern in der Reform und zu einseitiger Belastung führen. »Die Bundesregierung ist auf dem besten Weg, die Versicherungsbranche auf Kosten der Verbraucher zu entlasten. Den Versicherten drohen durch das sogenannte Hilfspaket Verluste in Milliardenhöhe, die angeblichen Gegenleistungen der Versicherungsunternehmen sind hingegen nur Augenwischerei«, kritisiert die Linken-Abgeordnete Susanna Karawanskij.

Als Mitglied im Finanzausschuss geht ihr der Reformwille der Regierung eindeutig zu schnell: »Die Bundesregierung will die Lebensversicherungen in Windeseile Pi-mal-Daumen reformieren«, so Karawanskij gegenüber »Spiegel Online« »Das ist ein Unding, denn die Zahlen- und Datenbasis ist löchrig wie ein Schweizer Käse.«

Eine Kleine Anfrage im Bundestag sollte Licht ins Dunkel der Reform bringen. 46 Fragen sollten helfen, diesen Zweck zu erfüllen. Die Antworten, die die Regierung gab, waren allerdings aus Sicht derLinkspartei nicht hinreichend. Bemängelt wurde, dass viele Fragen nicht konkret beantwortet wurden. Gefragt wurde unter anderem nach den Kapitalerträgen der Versicherer. Diese Zahlen liegen der Regierung allerdings nicht vor. Die Zahlen fehlen auch, wenn es darum geht die ausgeschütteten sowie vorhandenen Bewertungsreserven der einzelnen Versicherungsunternehmen zu benennen.

Mit der Reform will die Bundesregierung den Versicherungen entgegenkommen, die unter der anhaltenden Niedrigzins-Phase leiden. Geplant ist, Ansprüche auf eine Beteiligung von Versicherten an den Bewertungsreserven zu mindern. Diese Ansprüche entstehen, wenn es zur Auszahlung der Kundengelder und ihrer Verzinsung kommen soll.

Ebenfalls soll der Garantiezins für neue Verträge von momentan 1,75 auf 1,25 Prozent herabgesetzt werden. Kunden, die in den nächsten drei, vier Jahren eine Auszahlung erwarten, müssen mit großen Einschnitten rechnen. In Deutschland existieren insgesamt 95 Millionen Lebensversicherungen, von denen jährlich 7 Millionen ausgezahlt werden. jab

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen