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Hochstapler am BER
 beschäftigt?

Planung der Entrauchungsanlage wurde offenbar nur von einem technischen Zeichner vorgenommen

Die Pannenserie beim Hauptstadtflughafen BER wird immer länger. Nach dem Aktenfund im Schuttcontainer wurde jetzt bekannt, dass die Flughafengesellschaft ihre funktionsuntüchtige Entrauchungsanlage offenbar von einem Hochstapler planen ließ. Wie das Magazin »Stern« berichtet, war der von Flughafenchef Hartmut Mehdorn Anfang Mai geschasste Planer der Anlage 14, die das Hauptterminal entrauchen sollte, kein Ingenieur. Di Mauros Anwalt bestätigte gegenüber dem »Stern«, dass sein Mandant lediglich über einen Gesellenbrief als technischer Zeichner verfüge. Martin Delius, Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses im Abgeordnetenhaus, kann sich vorstellen, dass dies auch der Grund für di Mauros Entlassung war. »Dem Flughafen war es vielleicht zu peinlich, das öffentlich zuzugeben.«

Gegenüber dem Magazin soll der Planer den Vorwurf der Hochstapelei zunächst zurückgewiesen und behauptet haben, dass er über einen Ingenieurabschluss verfüge. Nach seinen Worten habe er seit 2006 für das BER-Projekt gearbeitet, zunächst als freier Mitarbeiter für eine Ingenieursfirma, die 2010 in Insolvenz ging. Für sie habe er die Entrauchungsanlage für den sogenannten Main Pier geplant. Anschließend seien zwei von ihm selbst geführte Firmen, die als »Ingenieursbüros« firmierten, für das Airport-Projekt tätig gewesen. Zuletzt habe er 2012 und 2013 Aufträge des Flughafens erhalten.

Unterdessen hat die Flughafengesellschaft (FBB) nach dem Fund von BER-Akten nahe des Bahnhofs Ostkreuz (»nd« berichtete) Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Es handele sich um einen eklatanten Verstoß gegen vertragliche Pflichten und einem Bruch der Vertraulichkeit, hieß es. Offensichtlich stammen die Akten aus dem Architekturbüro JSK, das früher für die Flughafengesellschaft arbeitete. Es ging 2013 in Insolvenz. Die Polizei ermittelt wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Datenschutz. Die Akten sollen für die Sicherheit des BER brisante Angaben und Berichte über Terminprobleme des BER enthalten. Delius geht aber nicht davon aus, dass sich daraus für den Untersuchungsausschuss neue Erkenntnisse ergeben.

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