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Irak: Über 1000 Tote durch ISIS

Extremisten verfügen über gewaltiges Vermögen

Genf. Beim Vormarsch der islamistischen Terrorgruppe ISIS in Irak sind im Juni mindestens 1075 Menschen getötet worden. Die weitaus meisten waren Zivilisten. Allein in den drei nördlichen und westlichen Provinzen Ninive, Dijala und Salaheddin seien mindestens 757 Zivilisten umgebracht worden, erklärte der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, am Dienstag in Genf. Fast 600 weitere Menschen seien dort verletzt worden.

Derweil bekommt das irakische Militär im Kampf gegen die ISIS-Milizen offenbar Hilfe von der syrischen Armee. Arabische Medien berichteten am Dienstag, syrische Kampfflugzeuge hätten den Ort Al-Kaim im syrisch-irakischen Grenzgebiet bombardiert. Dabei seien mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt worden. ISIS-Milizen hatten Al-Kaim am Wochenende laut Medienberichten eingenommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt unterdessen wie die USA auf die schnelle Bildung einer Einheitsregierung in Irak. Es müssten dauerhafte Stabilität durch eine politische Lösung angestrebt und alle Religionen und Teile der Bevölkerung in einen Dialog einbezogen werden, sagte Merkel während eines Besuches des jordanischen Königs Abdullah II. am Dienstag in Berlin. Der Vormarsch der ISIS-Extremisten in Irak hat in Jordanien große Sorgen ausgelöst. Die Islamisten haben bereits mehrere Ortschaften an der 180 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern unter ihre Kontrolle gebracht. Das Königreich hat daraufhin seine Streitkräfte im Grenzgebiet verstärkt.

Das riesige Vermögen der Extremisten ist nach Ansicht von Experten ein wichtiger Schüssel ihres Erfolgs in Syrien und Irak. Allein bei der Eroberung der Großstadt Mossul am 10. Juni soll sich ISIS ein Bargeldvermögen gesichert haben, das ihre Finanzierung auf lange Zeit garantiert. »Das war ein wahnsinniger Zahltag«, sagt der Irak-Experte Toby Dodge von der London School of Economics. Neben Waffen, Fahrzeugen und anderer Ausrüstung, die die irakischen Soldaten auf der Flucht vor den Dschihadisten zurückließen, brachten die ISIS-Kämpfer auch die Banken der Stadt unter ihre Kontrolle - mit Bargeldvorräten von rund 300 Millionen Euro. Agenturen/nd

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