» ... dass es eine klare Rede wird«

Werner Besch über »Luther und die deutsche Sprache«

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im Jahr 1530 erschien Martin Luthers »Sendbrief vom Dolmetschen«, in dem er an einigen Beispielen sein Prinzip der Bibelübersetzung verdeutlichte. Daraus stammt nicht nur der Satz seiner Zielvorstellung und Sinngebung, »das es eine vollige Deutsche klare rede wird ... «, sondern auch einer seiner berühmtesten Sätze überhaupt, er habe beim Übersetzen »dem Volk aufs Maul geschaut«. Was ja nichts anderes bedeutete, als dass er sich um eine lebendige, volksnahe, möglichst jedermann verständliche Sprache bemüht hatte. Der nicht zu überschätzende, ja geradezu geniale Beitrag des Reformators zur Entstehung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache mit Beginn der Neuzeit, seine »Sprachmächtigkeit«, sein Bilder- und Erfindungsreichtum sind von allen Großen, angefangen bei den Humanisten, über Goethe und Jacob Grimm bis hin zu Theologen wie Heinrich Bornkamm (den der Autor zitiert), zur Genüge gewürdigt worden. Der Sprachwissenschaftler We...


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